Bipolare Störung

Was ist das?

Allzu wissenschaftlich und medizinisch kann und will ich das auch nicht erklären.

Es ist eine angeborene, unabänderbare Abweichung in meinem Gehirn. Sie zählt daher nicht zu generellen Depressionen, Burn-Outs und Co., die zeitweilig auftreten können und meistens behebbar sind. Die bipolare Störung zählt zu den Psychosen. Sie ist angeboren und geht nicht mehr.

Biochemisch gesehen liegt eine Instabilität in der Signalverarbeitung vor. Allerdings betrifft dies nicht die genrelle Zurechnungsfähigkeit (keine Angst ;)), sondern die emotionale Stabilität. Man nannte diese Erkrankung früher auch manisch-depressiv. Allerdings würde dies auch eine andere Erkrankung einschließen, die Borderline-Störung.

Im Gegensatz zur Borderline-Störung, die natürlich die emotionale Welt abbildet und maßlos ins depresive oder manische steigert, ist die bipolare Störung eine affektive Störung. Sie tritt zunächst mal unabhängig von der Umwelt in Episoden auf. Welche speziellen Arten es gibt erspare ich euch hier.

Klar ist aber folgendes; Eine bipolare Person hat manische Phasen und depressive Phasen. Dazwischen sind meist unauffällige oder nur leicht hypomaische Zeitabschnitte.

Manie: übersteigertes Selbstbild, leichter bis schwerer Realitätsverlust, Hochgefühl, individuell mit Nebeneffekten wie Halluzinationen, Kaufsucht, sexueller Freizügigkeit, und was auch immer man unüberlegtes, überdrehtes so tun kann.

Hypomanie: „leichte“ Manie, zumeist noch volle Kontrolle, aber leicht „aufgekratzt“

Depression: muss ich das wirklich erklären? vermindertes Selbstbild, Lustlosigkeit, Mutlosigkeit, Traurigkeit, teilweise Selbstmordgefahr

Das klingt jetzt alles sehr heftig, aber nicht jeden trifft alles. Ich zum Beispiel neige in Manien zu Ungeduld, vorschnellen Entscheidungen und Kaufsucht. Auch sexuell bin ich dann ein bisschen…naja, nicht so wichtig. In keiner Depression habe ich einen Selbstmordversuch unternommen. Dafür habe ich einen zu großen Dickkopf. Ich will nicht aufgeben.

Aktuell bin ich seit 2,5 Jahren aktiv in Behandlung, nachdem ich die erste heftige Depression und 2-3 Manien klar erfahren hatte. Meistens tritt die BPS erst so in den 30ern so richtig in Erscheinung. Es war ein Kampf richtig diagnostiziert zu werden. Ich nehme aktuell Medikamente, die zwar niemals die BPS heilen können, mich aber stabilisieren. Weiterhin habe ich über ein Jahr lang Verhaltenstherapie hinter mir und gelernt, frühe Warnzeichen zu erkennen und mich vorzubereiten und zu kompensieren.
Dennoch bin ich natürlich nicht gefeit vor der Krankheit. Sie ist mein ewiger Begleiter.

So. Jetzt haben wir die halbe Wahrheit geklärt. Es ist chemisch. Man hat keinen Einfluss darauf welche Stimmung man gerade hat.
Der letzte Satz ist aber Blödsinn. Dieses chemische Ungleichgewicht ist natürlich beeinflussbar. Man kann es nicht nur durch Medikamente, sondern auch durch seine Verfassung manipulieren. Viel Stress kann eine manische oder depressive Phase auslösen, Gelassenheit und ein stabiles Umfeld kann die BPS etwas im Zaum halten. Denn der gesamte Stoffwechsel des Menschen ist immer ein Wechselspiel der Kräfte.

Das war jetzt laienhaft erklärt eine bipolare Störung. Ich wollte niemanden unter- oder überfordern. Genauere Infos gibt es beispielsweise bei Wikipedia oder noch genauer bei der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen eV.

Kussi
Eure Rebecca

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