Alltag und Träume…

So verstreicht die Zeit…

Eigentlich wäre ich gerne in Therapie. Und auf dem Weg der Wandlung.

Doch praktisch schlängle ich mich durch den Alltag. Nach der Trennung kämpfe ich immer noch darum meine Tochter sehen zu dürfen. Und fülle Formulare aus. GEZ, Arbeitsagentur, Adressänderungen, Banken…
Kaum hab ich Luft geholt nach den theoretischen Prüfungen meiner Umschulung, geht das Spiel weiter. Projekt für die praktische Prüfung vorbereiten. Doku schreiben. Und praktisch arbeiten im Praktikumsbetrieb.
Und mein Konto sieht dank Alg1 und getrenntem Wohnen katastrophal aus.

Was bleibt auf der Strecke? Ich. Rebecca.
Kein Geld und keine Zeit mich weiter auszutesten. Keine Regenbogen-Parties, keine Therapie. Denn Therapeuten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kann man echt an einer Hand abzählen. Und welche die auch Zeit haben an einem Finger. Und dann nur Termine zu Zeiten an denen ich arbeite…
Es ist zum Haare raufen. Offiziell hab ich also noch nicht mal begonnen.

Aber ich habe eine Selbsthilfegruppe gefunden. Ab Dezember findet da was statt. Endlich Leidensgenossen, mit denen man reden kann. Doch nun die alles entscheidende Frage:
WAS ZIEHE ICH AN?

Klingt albern, aber nicht unwichtig. Da ich kaum Erfahrung sammeln konnte – gehe ich als aktuelles Ich, oder als Frau? Wie wird das aussehen? Trau ich mich? Werde ich meine Stimme auch ohne Logopädie-Kurs hinbekommen? Oder lasse ich das erst noch sein? Arg. Endlich würde man mit aller Toleranz auf mich reagieren. Aber kann ich das schon? Mir selbst gegenüber tolerant sein? Kaufe ich mir selbst etwas ab, was ich ja eigentlich auch sein will? Ohne bisheriges Feedback stehe ich alleine da. Veränderung fängt in einem selbst an. Aber wann ist es soweit? Wann kann man nach außen tragen was nur innen schlummert? Bin ich schon so weit?

Die großen Fragen meines Lebens. Wann?? Wann bin ich so weit?

Seit einem knappen Jahr hadere ich mit mir selbst. Will ich das wirklich? Ist das der richtige Weg? Nach all den Tiefschlägen und Entbehrungen hätte ich jederzeit einlenken können. Ich habe lange gezweifelt. Doch es kam nichts anderes dabei heraus. Ich will nicht fortfahren wie bisher. Mein sexuelles Interesse ist praktisch tot. Weil ich als mein aktuelles Ich nicht mehr agieren möchte. Ich will behandelt werden als Rebecca. Es wird Zeit. Aber es verstreicht zu viel unnütze Zeit. Ich muss was tun. Wäre da nicht das mit dem Geld. Denn aktuell hab ich echt gar keins mehr übrig.

Dies ist eine Prüfung. Und ich werde sie durchstehen.

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