GaOP Teil 2, Tag 2

Nun sind wir also an dem Punkt, dass es mir gut genug geht, dass ich jeden Tag was schreiben kann. Das war bei der ersten OP noch anders. Allerdings war es da auch Sommer, heiß, und alles zu anstrengend. Jetzt ist Winter. Die OP war oberflächlicher. Also habe ich zwar mehr intakte Nerven und Schmerzen, aber alles eigentlich ja halb so wild. Mein Kreislauf ist voll da. Mein Hirn langweilt sich.

So langsam setzt die Langeweile an. Was kann man so tun, um Tag für Tag verstreichen zu lassen? In einer Klinik recht wenig. Zwischen den Mahlzeiten und kurzen Checks und Visiten ist es öde. Dafür kann die Klinik nichts. Bei der typisch deutschen, knappen Besetzung sieht man das Personal halt nur für bestimmte Dinge. Und in der Zeit verbreiten sie gute Laune. München-Bogenhausen ist echt menschlich und sympathisch. Ich freue mich morgen darauf, dass endlich die ganzen Pflaster und Bandagen abkommen und ich das Endprodukt mal sehen kann. Sicher wird noch alles geschwollen sein, aber man hat ja gelernt zu interpretieren. Und wenn nichts eitert und schmiert, bleibt das auch ab und der Katheter kann endlich raus. Das wäre mein Highlight für den morgigen Tag – autonom pinkeln können. Man gönnt sich ja sonst nichts. *grins*

Von daher kann ich allen Transmädels mit OP-Absicht da draußen nur empfehlen: kommt nach Bogenhausen. Hier werdet ihr ans Händchen genommen. Angst vergeht hier schnell, es ist alles irgendwie beschaulich, heimelig und menschlich. Und die Chirurgen experimentieren hier nicht wie andere am lebenden Objekt, sondern wissen verdammt genau, was sie tun.
Die erste OP hatte ich unter Dr. Martina Riegel -> ein robustes, komplikationsfreies Ergebnis.
Die zweite OP nun unter Dr. Hans-Martin Fritsche -> hab das Ergebnis noch nicht gesehen, aber es fühlt sich gut an.
Schert euch nicht darum, dass Dr. Liedl nicht mehr hier ist, denn seine Schüler sind erwachsen geworden und haben alles im Griff. Sie sind nun selbst Meister dieser Kunst, euer wirkliches Geschlecht so funktionell wie möglich herauszuarbeiten.

Ich könnte jetzt mehr erzählen, aber genug Werbung für heute. Und ansonsten ist eben einfach auch nicht wirklich was passiert.

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