Was ist Glück?

Diese Frage stelle ich mir seit schon längerer Zeit.

Ein Freund wies mich darauf hin, dass es eine bewusste Entscheidung ist.

Doch wie kann man in all den Misserfolgen des Lebens einfach die Entscheidung treffen glücklich zu sein?

Erst heute wieder erfuhr ich in einem Gesellschaftsspiel (naja, Rollenspiel, wem das was sagt, ansonsten belassen wir es dabei), dass ich das habe, was wissenschaftlich unmöglich ist; Pech auf ganzer Linie.
Wenn etwas schief gehen kann, geht es bei mir auch erst mal schief. So viele absolut unwahrscheinlich schlechte Würfelwürfe in Folge führten dazu, dass mein Spielcharakter an einer einfachen Aufgabe pratisch so gut wie verstorben ist. OK, es ist nur ein Spiel. Aber das Prinzip zieht sich durch mein ganzes Leben. Ich treffe grundsätzlich aus eigentlich logisch wirkenden Beweggründen die unmöglichsten Entscheidungen, die mich in die Tiefe zerren. Ich heiratete, wer mir nicht gut tut, und damit alle Barrieren, die es unmöglich machen, nach Beendigung der Beziehung einen normalen, gesunden Umgang mit unserer Tochter zu pflegen.

Ich stellte genau dann einen Antrag auf Persoenenstandsänderung, als das Amtsgericht mit Flüchtlingsfällen überfordert war und auch noch eine wichtige Mitarbeiterin durch Krankheit verlor.
Ich gerate beim MDK genau auf genau die renitenten Leute, die alles tun würden, dass ich KEINE geschlechtsangleichende OP bezahlt bekomme. Ach ja, und ich wählte die Krankenkasse KKH, welche in Mannheim ansässig wirklich KEINEN Finger rührt um meinen Fall irgendwie zielbringend voran zu treiben.

Von allem abgesehen versage ich darin Freunde weiter zu plegen und gerecht zu behandeln.

Ja, das ist alles Erste-Welt-Mimimi, aber mal ehrlich; wenn man einfach immer nur Pech imLeben hat, welches Vertrauen soll man da noch in ein wissenschaftlich verlässliches Naturprinzip haben, das niemanden bevorzugt oder benachteiligt? Ganz ehrlich, ich glaube an das Pech, und ich glaube, dass Gott mich nicht mehr prüft, sondern alle Mächte willkürlich Spaß haben lässt, weil ich ihm einfach nur scheißegal bin. Ja, ich habe meinen Glauben verloren. Weil nichts da oben mir irgendeinen Hinweis gibt, dass es auch nur den geringsten Respekt für meine Seele hat. Ich war mal gutmütig, aufrichtig, liebevoll und freundlich. Was ist davon geblieben? Wut, Zorn, Missgunst, Resignation.

Ganz ehrlich? Ich pfeiff auf Gott. Das Arschloch hat nie etwas vernüntiges geleistet und verdient meine Achtung nicht. Ich werde mein Leben so leben wie ich es für richtig halte. Ich werde nicht aufgeben, ich werde immer weiter kämpfen, denn Aufgeben ist keine Option in dieser rauen Welt.

Ich hab die Schnauze gestrichen voll. Mit gutem Beispiel voran gehen führt nicht zum Ziel, sondern vernichtet das eigene Wohl. Ja, ich habe mich entschieden glücklich sein zu wollen. Und ich werde es jetzt wie alle anderen machen – ich werde es auf Teufel komm raus erzwingen. Denn ich schulde NIEMANDEM etwas. Ich musste bisher meinen Dreck immer allein weg machen, also bleibt es halt so.

„Niemals aufgeben, niemals kapitulieren“, ein Satz, der in dem Film Galaxy Quest in Ironie verwendet wurde, hat so viel Wahres in sich. Genau darum geht es. Gibst du auf, verlierst du. Gib NIEMALS auf. Und wenn dich jemand tritt, tritt zurück. Du bist etwas wert, und wer das nicht anerkennt, soll zumindest akzeptieren, dass es wehtut offen etwas anderes zu behaupten.

Ich bin jemand, ich war einst eine liebenswerte, aufrichtige Person mit Träumen. Jetzt bin ich die Waffe, die IHR geschaffen habt. Ihr alle habt dazu beigetragen mich zu zerstören und auf meine Wut und meinen Groll zu reduzieren. Lebt damit, so wie ich damit leben muss euch zu enttäuschen. Denn ich will keine Energie mehr darauf verschwenden es allen recht zu machen. Ich kümmere mich jetzt um mich. Denn ich habe schon genug Pech OHNE auch noch anderen helfen zu müssen.

Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Die Gesellschaft produziert unweigerlich Menschen wie mich. Denn egal wie lange ich mich ziere, am Ende wird es genau so enden. Gerechtigkeit.

Das war mein Wort zum Montag. Wie immer in mieser Laune und ziemlich frustriert. Doch was soll ich auch anderes schreiben? Liefert mir mal endlich Gründe!

Die angepisste Rebecca

P.S.: Mir fallen aktuell nur ganz wenige Menschen ein, die es verdient haben hier explizit heraus genommen zu werden. Ich hoffe sehr sie erkennen sich in diesem Satz und wissen, dass ich sehr bemüht bin, sie aus meinem Kummer und meinem Hass heraus zu halten. Auch wenn mir dies nicht immer gelingt, so kämpfe ich hart dagegen an. Es tut mir leid, wenn ihr immer wieder Querschläger abbekommt. Ich will das nicht, aber ich scheitere immer mal wieder. Ich bitte um Vergebung.

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