Wertlos…

Und nun stehe ich wieder an diesem Punkt, dass ich meine These als bestätigt ansehe.

Transidentität macht nicht depressiv. Hormontherapie macht nicht depressiv.

Es ist diese absolut ignorante Missachtung, die depressiv macht.

Jeden Tag aufs neue bekomme ich neunmalkluge Ratschläge. „Hab doch Verständnis…“, „Wenn du eine Frau sein willst, dann…“

Okay. Erstens will ich keine Frau sein, ich bin eine Frau. Punkt. Aus. Basta. Dazu muss ich keine Regeln beachten oder in irgendein Raster passen. Ich bin so weil ich es fühle.

Die gröbste Handwerkerin, die derbste Bäuerin sind ebenso Frauen wie ein Topmodel oder eine süße, schüchterne Hausfrau. Niemand schreibt ihnen vor ab welchen Kriterien sie als Frau gelten. Warum also mir? Ich bin einfach ich. Einmalig, und nicht selbstverständlich.

Dann soll ich immer Verständnis haben. Ja, ich habe Verständnis für Kollegen und Azubis, die einfach jungfräulich neugierig sind. Ich erkläre gerne, bis in die intimsten Details. Denn Neugier ist aufrichtig und menschlich. 

Kein Verständnis habe ich für Besserwisser und Ablehner. Lehne ich euch ab? Tu ich euch weh?

Sage ich zu den herumgammelnden Teenagern am Rhein, die mich „Hey Transenf*tze nennen, dass sie als dreckiges Ausländerpack das Maul halten sollen? Nein, so bin ich nicht. Ich bin tolerant. Ich verstehe auch nicht alles, aber ich bemühe mich, und immer mit einer Basis des Respekts.

Und den vermisse ich vollkommen in diesem Land. Vor allem in der Bürokratie. Mein Antrag auf Personenstandsänderung liegt seit geschlagenen zwölf Monaten beim Amtsgericht ständig nur rum. Weil er ja keine Priorität hat. Weil ich nicht wichtig bin. Dass bei mir seit viel auf dem Spiel steht und mir beständig Leistungen woanders verweigert werden, solange diese Änderung nicjt vollzogen ist, will man gar nicht erst hören. Igitt, man könnte ja involviert werden. Ignoranz ist einfacher. Das macht unabhängig von Mitgefühl und Verständnis.

Ich gestehe, dass ich ganz klar den Punkt erreicht habe einfach nur noch wütend und enttäuscht zu sein. Ich habe mit so viel Liebe und Verständnis gehandelt. Doch am Ende habe ich nichts zurück bekommen. Das verändert einen Menschen. Ich kann nicht mehr so sein. Ich bin zurecht stinksauer. Und ich werde anfangen weniger Verständnis zu haben. So wie man auch mit mir verfährt. Jetzt ist Schluss mit Verständnis. Ich bekam auch keins. Also wird zurück geschossen. Denn ich bin ein Mensch und etwas wert. Ich sehe nicht ein ständig nur belächelt zu werden. Wenn ihr mit nicht gebt was mir ganz offen zusteht, dann nehme ich es mir eben mit Gewalt. 2017 wird das Jahr der wütenden Rebecca. Liebe Ämter und Ignoranten – zieht euch warm an.

Denn dieses Jahr endet mit einem depressiven Schub. Es erscheint alles sinnlos. Ich könnte alles hinwerfen und aufgeben. Mir etwas antun und dem Kummer ein Ende setzen.

Es gibt nur eine Sache, die mich am Leben hält; die Liebe, die ich fand. Die eine Person, die mich so mag wie ich bin, ohne ständig an mir zu mäkeln und mich verändern zu wollen. Danke Kimberly, deinetwegen kann ich weiter kämpfen. Du zeigst mir dass es noch etwas gibt, wofür es sich definitiv zu leben und zu kämpfen lohnt. Ich liebe dich.

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